14. Petschaft der Schopenhauer`s aus Danzig

PetschaftOriginalkopie aus der Universität Mainz
In damaliger Zeit wurde die Briefpost mit der “Postkutsche” befördert. Es kam vor, dass wichtige Post, die nicht mit einem Kurier verschickt wurde, wochenlang unterwegs war. Kuriere der Obrigkeit waren mit Reitpferde unterwegs und es soll vorgekommen sein, dass sie von Wegelagerern überfallen wurden, die dann die mit Siegeln versehene Post raubten. Wenn dann Briefe sogar mit Siegel bzw. mit einer Petschaft versehen war, war die Verlockung natürlich noch größer. Auch an den Grenzstationen haben Schnüffler oder Grenzposten, oder geheime Staatsbeamte derart versiegelte Post unter Umständen konfiziert. Die Familie Schopenhauer besaß einen Petschaft, also einen Siegelstempel,um ihre Post zu verschließen. Bekannte Persönlichkeiten und die Obrigkeit haben ihre abgeschickte und erhaltene Post aufgehoben und somit sind sie zum Teil der Nachwelt erhalten geblieben. Heute sind diese Briefe Zeitzeugen und wertvolles Kunstgut.

Einen weiteren Hinweis auf die Existenz eines Wappens bzw. einer Petschaft von Heinrich Floris Schopenhauer und Johanna Schopenhauer finden wir u.a. im Buch – Damals in Weimar Erinnerungen und Briefe von und an Johanna Schopenhauer, gesammelt und herausgegeben von H.-H.Houben, Rembrandt-Verlag Berlin

Johanna Schopenhauer schreibt in einem Brief an Arthur ? Weimar, den 6.Oktober 1806 ????..Siegle nicht mehr an mich mit dem Divisen-Petschaft, in diesen Zeiten ist das genug, daß ein Brief deshalb aufgemacht würde.

An anderer Stelle lesen wir im Brief von Johanna an Gustav Asverus (Anwalt der Johanna Schopenhauer – Testamentsverwalter) Weimar, den 5. Juli 1823:

Ich habe diese Schrift selbst geschrieben, eigenhändig unterzeichnet und mit meinem Wappen gesiegelt. Weimar, am fünften Juli eintausendachthundertzwanzigunddrei.
Johanna Henriette
verwitwete Schopenhauer
geborene Trosiener