6. Der Name Schop(p)enhauer

familiennamen

Herkunft des Namens:Familiennamenbuch (Herausgegeben von Horst Neumann 1989)Bibliographisches Institut –Schop(p)enhauer: 1438 Schopenhouwer, 1456 Schopenhawer(Z).BN zu mnd.schope, Schöpfkelle, Füllkelle der Brauer und houwer, der da haut; gelegentlich auch = Schuffenhauer

Bemerkenswerte Namen wie der, der von der Familie Schoppenhauer geführt wird, wurden seit dem Mittelalter in Deutschland selbst und in anderen Regionen Europas beurkundet. Heimische deutsche Nachnamen sind gewöhnlich in der Schweiz, Österreich, Luxemburg und Elsaß-Lothringen zu finden, als auch in Deutschland selbst. Zusätzlich gibt es andere europäische Regionen, in denen deutsche Familiennamen vorkommen, als ein Resultat besonderer historischer Umstände. Unter diesen sind Siebenbürgen, ein Gebiet, das im heutigen Rumänien liegt. Im oder um das Jahr 1150 wurde eine große Anzahl von Siedlern aus der Moselgegend in diesem Gebiet angesiedelt, wo sie von den Einheimischen als ?Sachsen? bezeichnet wurden, der Terminus, der gewöhnlich von den Balkanvölkern für alle Deutschen verwendet wurde. Tatsächlich sahen die Vorfahren der illustren Familie Schoppenhauer die dokumentierte Geburt der Stadt Berlin erst im Jahre 1244, einige Jahre nach der ihrer Schwesterstadt Köln. Die beiden Städte wurden aus geographischen und kaufmännischen Gründen gegründet, weil sie eine natürliche Ost-West Handelsstraße über die Spree boten, wie auch die Städte am Main eine Nord-Süd Route boten, wobei beide Flüsse den Völkern an jeder Seite dienten, ohne Zweifel auch den Ahnen der ehrenwerten Familie Schoppenhauer. Deutsche Nachnamen können auch in Rußland und der Ukraine angetroffen werden, während interessanterweise auch slawische Namen häufig in Deutschland dokumentiert sind, besonders in Ostdeutschland. Der mongolischen Invasion im 13. Jahrhundert folgend, rekrutierten ukrainische und russische Behörden deutsche Händler und Handwerker, unter denen vielleicht auch ein oder zwei der Schoppenhauer Linie waren, um Städte wieder zu beleben, die von den Mongolen zerstört worden waren. Im 18.Jahrhundert, der Einladung der russischen Kaiserin Katharina der Großen folgend, siedelten sich Deutsche auf dem fruchtbaren Land um die Wolga, westlich des Urals, an, vielleicht waren unter denen auch einige abenteuerliche Mitglieder der Familie Schoppenhauer. Diese ?Wolgadeutschen? zählten mit der Zeit siebenhunderttausend und eine beträchtliche Anzahl ist auch heute noch in Rußland.

Interessanterweise war die Mutter von Wladimir Ilyich Ulyanov (Lenin) selbst eine Wolgadeutsche. Obwohl einige Deutsche die in Rußland und der Ukraine lebten, die heimische Sprache lernten und slawische Gebräuche annahmen, blieben doch viele deutsch, lebten in deutschsprachigen Städten mit deutschen Namen, oftmals mit einem Rechtssystem, das als ?Magdeburger Gesetz? bekannt war, mit der Stadt Magdeburg als Namensgeber. Schon im 12. Jahrhundert waren deutsche Abenteurer, Händler und Missionare im Baltikum aktiv und deutsche Einflüsse spiegeln sich in einigen der Nachnamen wieder, die in Lettland, Litauen und Estland vorkommen, Namen, die schon lange in diesen Regionen etabliert waren. Folglich waren deutsche Kultur und Sprache zu der Zeit, als sich Familiennamen entwickelten, schon in ganz Europa weit verbreitet. Der deutsche Familienname Schopenhauer stammt von einem Berufsnamen ab. Die ältesten und interessantesten Familiennamen sind jene, die von dem Beruf des ursprünglichen Trägers abgeleitet sind. Berufsnamen lieferten, was von Gelehrten als ?Inventar des gemeinen Handwerks des mittelalterlichen Europa? beschrieben wird.

Solche Namen bieten einen Einblick in das tägliche Leben unserer Vorfahren. Der Nachname Schuppenhauer ist von dem mittelniederdeutschen ?schope?, ?Schöpfkelle, Schaufel? bedeutend,
abgeleitet und bezieht sich gewöhnlich auf eine Maßeinheit, die von Bauern benutzt wurde. Daher deutet dieser Name auf ?jemanden, der diese Art Schöpfkelle gebrauchte, das heißt, einen Bauern?. Er kann aber auch jemanden bezeichnen, ?der diese Art Schöpfkelle herstellte?. Varianten des Nachnamens Schuppenhauer sind Schüppenhauer und Schop(p)enhauer. Einer der ersten Hinweise auf diesen Namen oder eine seiner Varianten ist die Aufzeichnung einer Agnes Pauline Schuppenhauer, Tochter von Johann C. Schoppenhauer und einer Agnes Pauline Schuppenhauer, Tochter von Johann C. Friedrichswerder, die in Berlin getauft wurde. Es wird aber noch weitergeforscht und dieser Name könnte schon früher dokumentiert worden sein. Emil Albert Schuppenhauer und Anna Augusta Schauer heirateten am 3. März 1870 in Jerusalem. Die Hochzeit von Johann Joachim D. Schoppenhauer und Elise Wilhelmine C. Prahl fand am 16. November 1877 in Vellahn, Mecklenburg – Schwerin, statt. Deutschland ist eines der ersten Länder in Westeuropa gewesen, das feste Familiennamenverwendete. Tatsächlich wurde eine Aufzeichnung im ?Ulmischen Urkundenbuch? gefunden, die sich auf einen Namen bezieht, der aus dem Jahre 1208 stammt, obwohl es einige deutsche Namen gibt, die im zwölften Jahrhundert schriftlich festgehalten worden sind. Während viele Familien in Deutschland, die Wappen führen, Nachkommen von Adligen und Rittern sind, verfolgen viele ihre Ahnenreihe auf Bürger zurück, deren Wappen als Figuren auf Siegelringen, die sie benutzten, um Dokumente zu legalisieren, oder als Geschäftschilder entstanden. Das mittelalterliche Deutschland beheimatete viele dynamische und äußerst unabhängige Städte, deren herrschende Klassen aus reichen Geschäftsleuten bestanden. Heutige Träger des historischen Familiennamens Schoppenhauer zählen eventuell sowohl Mitglieder des Adels als auch der bürgerlichen Klasse zu ihren Vorfahren. Es ist aber sicher wahr, daß all jene, die den ehrenwerten Familiennamen Schoppenhauer tragen, dies mit Stolz tun können, wissend, daß er seinen Geburtsort in einem Land findet, das reich an Geschichte und Kultur ist.