11. Ahnen der Schop(p)enhauer´s aus Danzig, Oliva, Ohra und Elbing

Ein Erasmus Schupenhauer, geb. 1427, Goldschmiedemeister, in Danzig ist der namentlich erstaufgeführte Ahn.(siehe von Czihak, S.47 Nr.49) Es ist aber nur eine Vermutung,daß hier ein genealogischer Zusammenhang mit den Schop(p)enhauers aus Danzig/Elbing besteht. Später taucht ein Salomon, geb. 1550, auf. Seit 1580 ist er Hofbesitzer in Fürstenau bei Tiegenhagen im Danziger Werder, dieser gehörte damals aber zu Elbing. Ein Bruder des Salomon ist Anton, geb. 1775. Er heiratete eine gewisse Christina in der Kirche St. Petrie. Von nun ab sind die Eintragungen in den Kirchenbüchern aber glaubwürdiger. Im Stammbaum ist ein Simon Schoppenhauer verzeichnet. Geboren ca. 1580. Er war Landwirt in Petershagen. Verheiratet war er mit Sara Hinz aus Birkenau. Starb 1660 im Alter von 80 Jahren. Er hatte 2 Söhne. Johann, geboren in Petershagen. Er war Hofbesitzer, seit 1697 Dorfschulze, heiratete 1660 Maria Pfeiler aus Elbing. Ein weiterer Sohn war Simon. Als Simon (II) ist er im Stammbaum verzeichnet. Über den Ururgroßvater Johann Schoppenhauer (1) ist eine Urkunde aus dem Jahre 1688 erhalten, daß ein beredtes Bild von der Not und Plage aus damaliger Zeit gibt, der die Bauern im Werder so oft unterworfen waren. Neben der sich endlos wiederholenden Kriegsnot und Plünderungen, Raub und Mord ging der ständige Kampf mit den drohenden Wassern, die nicht selten die errichtetenden Dämme durchbrachen. Hier wuchs ein zähes, willensstarkes Geschlecht von Bauern auf, aus denen die Stadt Danzig stets neuen Zugang von tatkräftigen Männern erhielt. Johann (1) Schoppenhauer hat durch seine Heirat mit Marie Pfeiler aus Elbing, wohl die Tochter eines dortigen Kaufmanns, den Grund zum Aufstieg seines Geschlechts gelegt.
Erwähnt seien in diesem Zusammenhang zwei weitere Träger des Namens Schopenhauer, die in den Amtsbüchern der Nehrung wiederholt auftauchen. Es sind dies Johann und Friedrich Schuffenhauer, beide Schulmeister in Bohnsack. Daneben taucht auch eine Sarah Schopenhauer auf. In Marienburg erwarb 1717 ein Simon Schopenhauer das Bürgerrecht. Ein Johann Schopenhauer wurde daselbst Ratsherr. Der Name Schop(p)enhauer ist im 17. und 18. Jahrhundert sehr geläufig in dieser Gegend.

Johann Schopenhauer wanderte zu Anfang des 18. Jahrhunderts nach der damals unter der Schutzherrschaft des Königs von Polen stehenden Stadt Danzig aus und ließ sich als Kaufmann nieder. Bemerkungen: Im vorgehenden Satz ist der Hinweis, dass Johann Schopenhauer Anfang des 18. Jahrhunderts ausgewandert ist, so ergibt sich die Frage, wo hat er dann vorher gelebt? War es wirklich Holland?

Im Buch: Schopenhauer von P. J. Möbius. 3. Auflage Verlag von Johann Ambrosius Barth 1911 – Leipzig – folgende interessante Stelle auf Seite 10: Die Schopenhauers stammen aus Holland. Von Johann Schopenhauer wird berichtet, dass er ein Mann von Thatkraft und Entschlossenheit gewesen sei. Sein Sohn Andreas soll ein arbeitsames, ruhiges Leben geführt haben, er war ein reicher Mann und hatte eine schöne Gemäldesammlung; viel scheint man nicht von ihm zu wissen. In späterer Zeit sei von seinem Vermögen außer dem Landbesitz nicht viel übrig gewesen, sagt Johanna. Die Hauptsache ist, dass Andreas die Holländerin Anna Renata Soermans heiratete.

Im Buch – Der heimatlose Arthur Schopenhauer (Jugendjahre zwischen Danzig – Hamburg -Weimar) Droste Verlag GmbH, Düsseldorf 1994, lesen wir: Seite 16: Auf den Bauernhäusern nahmen Storchennester zwischen den weiten Feldern und saftigen Wiesen den Blick des Betrachters gefangen. Wir wissen nicht, wie oft Arthur mit seinen Eltern den Großvater Andreas besucht und diese Grachten, die das Landschaftsbild prägten, gesehen haben mag und später glaubte, in Holland gewesen zu sein, den Traum in sich bergend, seine Vorfahren seien Holländer gewesen…….

Seite 22: Eine Ähnlichkeit mit dem Landschaftsbild der Niederlande war unverkennbar und auf den ersten Blick wähnte man sich in den endlosen grünen Weiten Hollands und der Holländer, deren Muttersprache bald in ein breites Werderaner Plattdeutsch überging. Unter den Familiennamen fanden sich immer wieder die der Schulze, Zimmermann, Theißen, Wiehler, Regier oder auch der Schopenhauer……..

Seite 23: Obwohl der Familienname Schopenhauer im Niederungsland des Weichsel-Nogat-Deltas geläufig war, hat Arthur Schopenhauer über seine wahre Abstammung keine, es sei denn abwegige Kenntnis gehabt. In einem an einen Holländer gerichteten Brief behauptet er: Mein Großvater war noch in Holland geboren, aber jung nach Danzig gekommen, wo er die Tochter des Herrn Soermanns, Holländischen Residenten bei der Freien Stadt Danzig heiratete, mein Vater sprach noch sehr gut holländisch…………………………

Im 27. Jahrbuch der Schopenhauer Gesellschaft finden wir auf der Seite 124 den Artikel – Schopenhauers Ahnen und Seitenverwandte – folgenden Text: ?An dieser Stelle ist noch der Urgroßvater Johann (II) Schopenhauer und der Urgroßvater Hendrik Soermans zu betrachten. Von Johann (II) Schopenhauer ist seit langem bekannt, dass er 1695 das Danziger Bürgerrecht auf Grund eines 1688 in Elbing ausgestellten Geburtsbriefes erwarb?. Bemerkung: Folglich wurde dieser Johann in Elbing geboren.

Auf Seite 126 lesen wir: Johann (I) Schopenhauer hat durch seine Heirat mit Marie Pfeiler aus Elbing, wohl die Tochter eines dortigen Kaufmanns, den Grund zum Aufstieg seines Geschlechts gelegt. Erwähnt seien in diesem Zusammenhang zwei weitere Träger des namens Schopenhauer, die in den Amtsbüchern der Nehrung wiederholt auftauchen. Es sind dies Johann und Friedrich Schoppenhauer, beide Schulmeister in Bohnsack. Daneben taucht auch eine Sarah Schopenhauer Seite 22 Stammnachweis für Bartholomäus Seite 23 auf. In Marienburg erwarb 1717 ein Simon Schopenhauer das Bürgerrecht. Ein Johann Schopenhauer
wurde daselbst 1766 Ratsherr. Der Name Schopenhauer ist im 17. und 18. Jahrhundert sehr geläufig in der Gegend. In Elbing wohnen noch heute Schoppenhauer. Stammnachweis für Simon Seite 24 Interessant ist auch, dass Arthur in den Reisetagebüchern die Stadt Breda besucht und erwähnt.

Arthur Schopenhauer schreibt in seinen Reisetagebüchern, Haffmanns – Verlag Zürich Ausgabe 1988 auf Seite 89 folgendes: Donnerstag. D. 17. Nov. Ich machte noch diesen Morgen in aller Frühe eine Promenade durch die Stadt Gorkum; sie ist nicht ganz klein, aber schlecht gebaut. Eine große Merkwürdigkeit für mich war die alte gothische Kirche, an der mein Ur-Ur-Groß-Vater mütterlicher Seite, Prediger gewesen ist. Um 9 Uhr fuhren wir weg. Der Weg war so schlecht, dass die Pferde mit Mühe den Wagen aus dem Schlamm heben konnten. Wir machten daher nur Eine-Station, wobei wir vier mal über Wasser mussten, und kamen gegen Abend in Breda an.

Freytag. d. 18. Nov. Diesen Morgen um halb neun fuhren wir von Breda ab… Aufgrund der Hinweise von Louise Schoppenhauer aus Australien, haben wir Kontakt mit den Behörden in Holland aufgenommen. Der Großvater von Louise, Ludovicus Josephus, geb. 30. Dezember 1920 in Breda, wohnt mit seinem Sohn Jack in Rockingham. Er war 1954 aus Holland (Breda) ausgewandert. Der Urgroßvater Jacubus Theodorus Johannes Schopenhauer wurde am 2. Oktober 1883 in Soest in Holland geboren. Er wohnte in der Casimirstraat 21. Verheiratet war er mit Francijna van der Put. Sie wurde am 18. November 1887 in Etten – Leur geboren. Der Ururgroßvater Johan Joachim Friedrich Schoppenhauer wurde am 9. September 1854 in Soest geboren. Er war katholisch. Er heiratete eine Frau namens Henriette van Berkestijn, geboren am 13. Juni 1856 in Soest. Sie wanderten aus nach Paramaribo – Surinam. Sie hatten mehrere Geschwister. Alle Kopien liegen vor. Da die Schoppenhauers aus Holland in Europa verstreut lebten, ist es anzunehmen, dass ein gewisser Johann Schoppenhauer nach Westoder Ostpreußen ausgewandert war. Somit ist es möglich, dass hier aufgrund der damaligen Einwanderungswelle die namentliche Beurkundung in den Ortsunterlagen erfolgte. Da der Beinamen Johan oder Johann bei den holländischen Schoppenhauers auftritt, ist hier eine Verknüpfung nicht auszuschließen. Es ist ja bekannt, dass auch heute noch die Holländer als ein reisefreudiges Volk gelten. Aufgrund der Kolonien in Übersee haben viele Holländer ihr Land verlassen.