Johanna Schopenhauer (1766-1838)

013 022 031 Johanna Schopenhauer wurde als Johanna Trosiener in einer wohlhabenden Danziger Kaufmannsfamilie geboren. Ihre Erziehung erfolgte im Geiste des weltoffenen, kaufmännisch geprägten Standes, der damals noch freien Reichsstadt Danzig. Schon als Kind erlernte sie die französische Sprache und konnte sich im englischen gut verstehen. Sie las aus der Zeitung der Mutter vor und bekam vom Vater ständig Lob.

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Mit 18 Jahren heiratete sie auf väterlichen Druck hin den wohlhabenden 37-jährigen Danziger Kaufmann Heinrich Floris Schopenhauer. Mit diesem unternahm sie viele Reisen durch Europa, die nicht nur geschäftlichen Charakter hatten. Sie litt sehr unter der Eifersucht und Misstrauen ihres Mannes, sie passte sich seinen Wünschen bis zur Selbstverleugnung aber an. Nach der Annexion Danzigs durch Preußen zog die Familie im Jahre 1793, wie viele andere liberal denkende Mitglieder der reichen kaufmännischen Oberschicht, in die damals noch freie Hansestadt Hamburg. Heinrich Floris besaß als Kaufmann mehrere Ländereien, war stiller Teilhaber an einer Bank in Danzig und besaß ein großes Handelskontor. 051 063 In seinen letzten Lebensjahren litt ihr Mann an starken Depressionen, Gereiztheit und geistiger Verwirrung. Nach seinem Tod am 20.April 1805 erbte sie, wie jedes ihrer beiden Kinder, jeweils ein Drittels seines Vermögens und erlangte dadurch finanzielle Unabhängigkeit.weimar
1806 zog sie mit ihrer Tochter Adele im Alter von 39 Jahren nach Weimar, wo ihre wöchentlichen Tee-Empfänge, als Literarischer Salon, rasch zu einem der Mittelpunkte des kulturellen Lebens wurden. Auf diese Art gehörte sie auch zum literarischen Kreis von Johann Wolfgang von Goethe.

073 081 1819 geriet das Handelshaus Abraham Ludwig Muhl & Co, bei dem sie ihr ganzes Vermögen angelegt hatte, in Zahlungsschwierigkeiten. Beim anschließenden Vergleich verlor sie 70 Prozent ihres Vermögens. Ihr Sohn Arthur, der sich vorher den Anteil am väterlichen Erbe hatte auszahlen lassen, verweigerte die Unterstützung. Sie musste sich jetzt selbst um ihre Einkünfte sorgen. Lange Reisen, wie die nach England, waren ihr nicht mehr möglich. Ihre Schriftstellerei wurde zu einer wichtigen Einkommensquelle. Sie veröffentlichte Reiseerzählungen, Romane und Novellen. Ihre Romane spiegeln sehr stark ihre Gefühle bezüglich ihrer vergangenen, von Tyrannei bestimmten Ehe wider. Auf Adeles Drängen willigte Johanna ein, nach Bonn umzuziehen. Das Vorhaben scheiterte an den hohen Mieten in Bonn, daher zogen sie erst nach Unkel am Rhein, wappen_unkel1und verbrachten nur die Wintermonate in Bonn, bis sie 1832 ganzjährig dorthin zogen. Johannas Gesundheit verschlechterte sich, worunter ihre schriftstellerische Tätigkeit litt und die finanzielle Situation sich weiter verschärfte. In vielen Romanen und Veröffentlichungen ist ihre Lebensgeschichte anschaulich beschrieben. Nach einer Reise in die alte Heimat besuchte sie Danzig, Oliva und Stutthof. Die Kirche, in der sie getraut wurden steht nicht mehr. Der nachfolgende Auszug aus dem Buch ist hier kopiert. 091 092 Nachtrag: Ein Großteil der Kirchenbücher aus damaliger Zeit liegen in den Archiven in Danzig. Ebenfalls sind Unterlagen im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin vorhanden.
Interessant ist der nachfolgende Abschnitt. Im Buch “Damals in Weimar” von H.-Heinrich Houben lesen wir folgendes:101 11 Johanna schreibt an eine Freundin: 12 13 14 Kopie aus: Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V. Quellen Materialien und Sammlungen, ?Die Kartei Quassowski, Buchstabe Sa-Sd auf Seite 387 lesen wir Heinrich-Floris und Johanna hatten mehrere Kinder -Söhne: 2 und Töchter: 8. Allerdings fehlen Nachweise über die Geburten. Ich werde versuchen in den Totenbüchern der Stadt Jena nachzuforschen. 151 Originalkopie aus dem Totenbuch 1838 der Stadt jena Seite 190
161 Fotokopie der aufgeschlagenen Seite des Totenbuches
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Kurz vor ihrem Tod im Jahre 1838 zog sie nach Jena, wo sie nach wenigen Wochen in Armut verstarb.
Auf dem Friedhof in Jena befindet sich ihr Grab, welches durch Freunde und weit entfernte Seitenverwandte und Namensverwandte bei Besuchen in der Stadt gepflegt wird.
18Schautafel ( Liegeplan der Gräber auf dem Alten Friedhof in Jena) Friedhof an der Friedenskirche

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